Umsatz nach Regionen

 

  • wichtigster Einzelmarkt Deutschland wächst mit 7,0 Prozent
  • stärkstes Wachstum in Südeuropa
  • Italien profitiert von Unternehmenszukauf

 

 

Südeuropa war 2018 mit einem Wachstum von 12,9 Prozent die wachstumsstärkste Region in der Würth-Gruppe und zeigte in den letzten vier Jahren überdurchschnittliche Umsatzzuwächse, auch begünstigt durch Akquisitionen. Ebenfalls zweistellig wuchs Osteuropa mit 11,0 Prozent, wenngleich das sehr hohe Wachstumsniveau der vergangenen zwei Jahre nicht mehr erreicht werden konnte.

Der wichtigste Einzelmarkt der Würth-Gruppe ist Deutschland mit einem Umsatzanteil von 42,4 Prozent. 2018 wurde hier ein zufriedenstellendes Umsatzwachstum von 7,0 Prozent auf 5,8 Milliarden Euro erzielt (2017: 5,4 Milliarden Euro). Die Gesellschaften außerhalb Deutschlands wuchsen mit 7,1 Prozent geringfügig schneller. Auch wenn die Wachstumsdynamik nicht überall auf dem gleichen Niveau ist, präsentierten sich doch alle Regionen der Würth-Gruppe als robust und konnten ihre Umsätze steigern.

 

Eine Stärke der Würth-Gruppe ist die Dezentralität. Unsere über 400 Gesellschaften in mehr als 80 Ländern bieten uns aufgrund der geografischen Diversifizierung die Möglichkeit, an regionalen Wachstumsmärkten zu partizipieren und damit Stagnation beziehungsweise Umsatzrückgänge in einzelnen Ländern zumindest teilweise zu kompensieren. Ausgehend von der Reife der einzelnen Märkte kommen dabei regional unterschiedliche strategische Ansätze der Marktbearbeitung zur Anwendung. In noch sehr jungen Märkten steht der Aufbau der Außendienstmannschaft im Vordergrund. Die etablierten Gesellschaften konzentrieren sich durch Regionalisierung, Kundensegmentierung und Potenzialorientierung auf die Verfeinerung ihrer Vertriebswege und den Ausbau ihrer Vertriebskanäle wie Niederlassungen und E-Business.

In Künzelsau, Deutschland wurde 1945 der Grundstein der Würth-Gruppe mit der Gründung der Adolf Würth GmbH & Co. KG als Schraubengroßhandlung gelegt. Aus dem Ein-mannbetrieb hat sich die größte Einzelgesellschaft des Konzerns entwickelt. Mit 7.160 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wurde 2018 ein Umsatz von 1,7 Milliarden Euro erwirtschaftet. Das entspricht einem Plus von 9,0 Prozent und liegt somit über dem Konzerndurchschnitt. Neben dem Außendienst und dem Vertriebsinnendienst sind die über 480 Niederlassungen, in denen unsere Kunden ihren Sofortbedarf decken können, ein Garant für die positive Entwicklung des Unternehmens. Auch ist das Flaggschiff des Konzerns damit näher am Kunden als jeder Wettbewerber. Neben der Niederlassungsexpansion und dem weiteren Ausbau des Direktvertriebs forciert die Adolf Würth GmbH & Co. KG das E-Business. Professionalität nach innen und nach außen ist einer der Gründe für die hohe Profitabilität der Gesellschaft. Mit einer Steigerung des Gewinns auf über 160 Millionen Euro führt sie das interne Ranking an und setzt damit Maßstäbe innerhalb der Würth-Gruppe. Diese Ertragskraft ist auch Voraussetzung für Investitionen in zukunftsweisende Vertriebs-, Logistik- und Produktlösungen. Beispiele sind der Bau eines neuen Umschlaglagers direkt an der A6 sowie eines Innovationszentrums, das auf dem Campus in Künzelsau entstehen wird.

Neben der Adolf Würth GmbH & Co. KG sind in Deutschland noch weitere, äußerst erfolgreiche Unternehmen tätig: Würth Elektronik eiSos, Würth Industrie Service, Reca Norm, Arnold Umformtechnik und Fega & Schmitt Elektrogroßhandel stehen hier exemplarisch an vorderster Front. Seit Jahren weisen diese Gesellschaften ein hohes Maß an Dynamik und Professionalität auf. Von den über 33.000 Außendienstmitarbeitern sind 6.356 in Deutschland beschäftigt. Insgesamt steht Deutschland für ein Betriebsergebnis von 436 Millionen Euro (2017: 421 Millionen Euro) und ist damit die ertragreichste Region.

 

 

Westeuropa ist mit deutlichem Abstand zu Deutschland die zweitgrößte Umsatzregion des Konzerns mit einem Umsatz von 1.961 Millionen Euro. Westeuropa war der geografische Ausgangspunkt der Internationalisierung der Würth-Gruppe. Die Internationalisierung ist einer der zentralen Erfolgsfaktoren der Würth-Gruppe. Die Region Westeuropa konnte nun bereits das zweite Jahr in Folge mit über 5 Prozent wachsen nach nur 1,4 Prozent Wachstum im Jahr 2016. Die Restrukturierung unserer Schweizer Direktvertriebsgesellschaft, die seit über fünf Jahrzehnten marktaktiv ist, dauert an. Frankreich ist der größte Umsatzträger dieser Region mit einem Anteil von über 35 Prozent und einem Wachstum, das leicht unter dem Durchschnitt der Region lag. Auch Großbritannien gehört zur Region Westeuropa. Noch sind die Folgen des Brexits auf unsere Aktivitäten nicht in Gänze absehbar. 2018 wuchsen die britischen Gesellschaften sowohl in Euro als auch in Landeswährung nur unterdurchschnittlich. Überdurchschnittlich hingegen schlossen die Gesellschaften in Österreich das Jahr 2018 ab. Das Wachstum in Höhe von 7,4 Prozent markiert einen Spitzenwert innerhalb Westeuropas.

Amerika ist mit einem Anteil von 14,1 Prozent am Gesamtumsatz der Würth-Gruppe die drittgrößte Region. Die Gesellschaften wuchsen mit 4,9 Prozent auf 1.917 Millionen Euro. Das eher verhaltene Wachstum in Euro zeigt sich in Landeswährung mit 11,3 Prozent deutlich dynamischer. Anders als in den Vorjahren wurde das Wachstum rein organisch aus eigener Kraft erzielt. Unternehmenszukäufe spielten 2018 keine Rolle. Der größte Einzelmarkt in der Region ist die USA. Die gesamtwirtschaftliche Lage hat sich dort durch den Handelsstreit mit China etwas eingetrübt, die Arbeitslosenquote befindet sich im 10-Jahres-Vergleich aber auf einem historischen Tiefststand, was den Konsum beflügelt – die traditionelle Stütze der US-Wirtschaft. Dies zusammen mit der Ende 2017 durch den US-Kongress verabschiedeten Steuerreform waren gute Voraussetzungen für unsere US-Gesellschaften, die in Landeswährung mit 12,0 Prozent überdurchschnittlich wachsen konnten.

Auch Südamerika konnte durch ein überdurchschnittliches Umsatzwachstum in Lokalwährung von 10,1 Prozent überzeugen. Maßgeblich beeinflusst wurde dieser Zuwachs durch die größte Gesellschaft der Region, Würth Brasilien. Erstmals seit 2011 gelang Würth Brasilien wieder ein zweistelliges Umsatzplus in Lokalwährung.

In Südeuropa setzte sich das sehr dynamische Wachstum der letzten drei Jahre fort – im Jahr 2018 war es ein Plus von 12,9 Prozent auf 1.617 Millionen Euro. Besonders hervorzuheben sind dabei die Entwicklungen in Spanien mit einem Umsatzzuwachs von 11,2 Prozent und Italien mit 15,7 Prozent, jeweils maßgeblich positiv beeinflusst durch die Gesellschaften der Würth-Linie. Es gehört seit jeher zur Wachstumsstrategie des Konzerns, dass erfolgreiche Unternehmensbereiche durch gezielte Akquisitionen sinnvoll ergänzt werden. Im vergangenen Jahr lag der regionale Schwerpunkt der Unternehmenszukäufe in Italien. Der Würth Elektrogroßhandel (W.EG) expandierte in Italien durch die Übernahme der Mehrheit der Anteile an der M.E.B. Srl, einem der führenden Elektrogroßhändler in Italien mit Sitz in Schio, Venetien. M.E.B. Srl wurde 1992 gegründet und erzielte 2018 einen Umsatz von 108 Millionen Euro. Das Unternehmen beschäftigt 282 Mitarbeiter in 22 Niederlassungen. Das Produktprogramm umfasst vor allem Beleuchtung, Gebäudeautomation, Niederspannungsverteilung und -schalttechnik, erneuerbare Energien, Kabel und industrielle Automatisierungstechnik. Die Produktpalette wird durch vielfältige Beratungs- und Dienstleistungsangebote ergänzt. Insgesamt sind in der Region Südeuropa 11.454 Kolleginnen und Kollegen beschäftigt, über 60 Prozent davon arbeiten als Verkäufer.

Mit Würth Finnland ist in der Region Skandinavien eines der Vorzeigeunternehmen der Würth-Gruppe beheimatet. Nach über vier Jahrzehnten operativer Tätigkeit besticht die Gesellschaft immer noch durch eine hervorragende Marktdurchdringung und hohe Profitabilität. Das Niederlassungskonzept ist dabei der entscheidende Erfolgsfaktor. Inzwischen hat Würth Finnland über 180 Niederlassungen. Die Gesellschaft stand Pate für die Verbreitung dieses erfolgreichen Vertriebskonzepts innerhalb der Würth-Linie in den letzten Jahren. Insgesamt konnte die Region Skandinavien das Geschäftsjahr 2018 mit einem Umsatzwachstum von 3,3 Prozent nur moderat abschließen.

Die Wachstumsdynamik der Region Osteuropa konnte nicht ganz an das sehr hohe Niveau des Jahres 2017 anknüpfen. Mit einem Umsatzplus von 11,0 Prozent ist Osteuropa jedoch die Nummer zwei im Wachstums-Ranking. Erfreulich ist, dass der Umsatzzuwachs aus eigener Kraft erzielt wurde. Das Wachstum in Polen als umsatzstärkstes Land der Region Osteuropa verlief unterdurchschnittlich, da die Integration der Akquisition im Würth Elektrogroßhandel noch nicht erfolgreich abgeschlossen ist.

Der Umsatzanteil der übrigen Regionen Asien, Afrika und Ozeanien ist seit Jahren stabil auf einem Niveau von knapp fünf Prozent. Auch wenn diese Regionen flächenmäßig gesehen sehr groß sind, spielen die Gesellschaften in Asien, Afrika und Ozeanien derzeit noch eine untergeordnete Rolle für die Würth-Gruppe.